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Geschichte gibts….

Ich bin froh, dass es ausgerechnet Jon Stewart in der Sonderausgabe der Daily Show war, von dem ich die Neuigkeiten erfuhr, das nimmt dieser Entscheidung etwas von der Erhabenheit und dem Ausmass, die ihr schon jetzt zugeordnet werden.  Es ist schwierig, die politischen Dimensionen einzuordnen, die diese Wahl fuer die USA und den Rest der Welt haben wird. John McCain hat es in seiner sehr ordentlichen und fairen, vielleicht sogar seiner besten Rede, in der er den Sieg Barack Obamas anerkannte gesagt: Das war eine historische Wahl, in der die Waehler ein sehr deutliches Wort gesprochen haben.

Im HIlton Garden Inn hatten sich die Obama Wahlhelfer aus Cleveland versammelt, um die Ergebnisse zu verfolgen. Als Obama eine Stunde nachdem alle Prognosen ihn als deutlichen Sieger erklaerten vor seine Anhaenger im Grant Park in Chicago trat, wurde es sehr still im Ballsaal und in der Bar des Hotels. Andaechtig hoerten die Kampagnenhelfer zu, wie ihr Motivator, der im Augenblick seines groessten Triumphes fast ein wenig hoelzern und selbst noch unglauebig erschien, seine ersten Worte als zukuenftiger Praesident sprach. Es waren aehnliche Worte, wie er sie seit Wochen in der Kampagne benutzt hatte, versoehnlicher gegenueber McCain und bescheiden in seinem Sieg.

Im Ballsaal in Cleveland lagen sich die Helfer in den Armen, alle Hautfarben und Generationen feierten diesen, ihren Erfolg, der so sehr auf die Grassrootsbewegung gesetzt hatte. Noch nachmittags hatte mir John erzaehlt, wie er als junger Mann im segregierten Sueden gereist war und sich Aerger eingehandelt hatte, weil er auf den Bussitzen fuer Farbige sass oder nicht aus den Wasserspendern fuer Weisse trank. Oder die Geschichte von Earl, dem afroamerikanischen Viertnamvetreanen, der noch auf dieser Kampagne die Hotelbesitzer in South Carolina schockte, in dem er mit drei Weissen Wahlhelferinnen morgens aus seinem Hotelzimmer kam, dass sie sich geteilt hatten.  Natalie aus dem Wahlkampfbuero erzaehlte von einem Kampagnenhelfer, der sie mit nach Cleveland genommen hatte und der schon im politischen Team Martin Luther Kings aktiv war. Das alles ist noch keine Lebensspanne her. Was immer auch sich veraendern mag, allein die Wahl ist schon ein imenser Wechsel fuer diese Land. Earl gab mir zum Abschied vor dem Ballsaal die Hand und hielt sie lange fest: “Das gab es nie vorher und das wird es vielleicht auch nie wieder geben, aber weisst du was ich am unglaublichsten fand? Guck dir all diese Menschen an, uns alle hier, die fuer diese Sache zusammen gekommen sind. ” und zeigte ueber den Parkplatz voller freudetrunkener Wahlhelfer und die hupenden Autos auf den naechtlichen Strassen. Er schuettelte den Kopf und sagte mit einem breiten Grinsen: “Wir haben’s geschafft. Wir haben es tatsaechlich geschafft”

2 Responses to “Geschichte gibts….”

  1. Olli writes:

    Hi Moritz,

    ich beneide dich dafür, bei einem solchen Moment dabeigewesen zu sein, wie historisch er auch gewesen sein mag wird sich ja noch zeigen. Hätte ich eine Telefonnummer gehabt, hätte ich angerufen, doch auch Reinhild konnte mir da nicht weiterhelfen. In Gedanken und via ARD war ich auch dabei… .

    Olli

  2. Bieri writes:

    ein herbstmärchen ;-)

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